Das 4 Leistungsfaktorenmodell in der Anwendung

Derzeit ist der Umgang mit Leistungschwierigkeiten bei Mitarbeitern, die zu so respektlosen Begriffen wie Low-Performer und Minderleister führen, ein Thema mit hoher Aufmerksamkeit. Auch wenn das Konzept des 4 Leistungsfaktorenmodell von Frauke Peter und Hannes Wacker noch in einem frühen Stadium ist, konnte es seine Anwendbarkeit im Trainingskontext bereits demonstrieren.

Die Augenscheinvalididät bestätigte sich im Training

Im Rahmen mehrerer Führungskräftetrainings mit leitenden Angestellten wurde das Konzept als Framework zur Ursachensuche und Reflexionshilfe eingesetzt. Es zeigte sich schnell, dass die Führungskräfte „ihre Fälle“ schnell verorten konnten und gleichzeitig von einer monokausalen Erklärung abwichen, wie sie häufig praktiziert wird (Wie z.B. in diesem Artikel von Zeit-Online).

Zu einfache Erklärungen werden verworfen

Das Modell ist zugänglich und komplex zugleich, so dass die Teilnehmer schnell für die Situation ihrer Mitarbeiter sensibilisiert wurden. Gleichzeitig konnten die Teilnehmer schnell abschätzen, welchen Handlungsspielraum sie unmittelbar und mittelbar entfalten können. So können Theorieimpulse schnell mit persönlicher Fallarbeit verknüpft werden. Und das mit einer einfachen Visualisierung.

4 LF im TrainingSchon zu Anfang des Trainings konnten also die Führungskräfte einschätzen lernen, welcher Aufwand notwendig sein kann, Mitarbeiter wieder zu Leistungsstärke zu führen. Darauf basierend erarbeiteten sich die Teilnehmer des Trainings eine Vielzahl von realistischen und umsetzbaren Interventionen und Strategien – jenseits einer Kündigung, für die es (Vorsicht Meinung) berechtigterweise hohe Hürden (wieder mal Zeit-Online) gibt.

Fazit: Schon jetzt ist das 4LF-Modell im Trainings- und Beratungskontext voll anwendbar. Sollte die wissenschaftliche Fundierung weiter gelingen sind die übervereinfachenden Erklärungen für Leistungsstörungen endlich passé.