Pressemitteilung: Kann man Mitarbeitern mit Leistungsproblemen helfen?

dcp Institute und FH Westküste veröffentlichen Studie über das Tabuthema „Minderleister“

Hamburg – „Minderleister“, „Low Performer“ – hinter vorgehaltener Hand fallen solche Begriffe in deutschen Unternehmen häufig. Wie groß allerdings das Ausmaß des Problems ist, welche Lösungen es gibt und wie Betroffenen geholfen werden kann, ist bisher kaum erforscht. Eine erste Studie wurde nun vom dcp Institute und der FH Westküste durchgeführt, über 50 Fälle wurden von Führungskräften und Personalern gesammelt.

Doch was genau ist ein Leistungsproblem – wann reicht Leistung nicht mehr aus? Nur 24% der Führungskräfte gaben an, dass sie klare Kriterien dafür haben. 76% hatten weder eine klare Definition im Unternehmen noch eine objektive Grenze, wo Minderleistung beginnt. Dennoch gaben alle Befragten an, mit dem Thema im Führungsalltag konfrontiert zu sein. „Damit haben alle zu tun, auch wenn keiner drüber redet“ brachte es ein Manager auf den Punkt.

In der Analyse der Fälle wurden Ursachen und Lösungsmöglichkeiten erhoben: Die Ursachen von Leistungsproblemen lassen sich im 4LF-Modell gut zuordnen, einer Analysemethode für Führungskräfte. Das 4LF-Modell verortet die Ursachen von Leistungsproblemen in 4 Säulen und unterstützt bei der Ableitung von Maßnahmen.

Überraschend war, dass private und gesundheitliche Probleme bei fast der Hälfte der erhobenen Fälle eine Rolle spielten – jedes vierte Leistungsproblem war auch auf familiäre Krisen zurückzuführen. „Akute familiäre Krisen können aber – unterstützt durch die Führungskraft und Kollegen – nach wenigen Monaten wieder gelöst werden“, beobachtete Beraterin und Mit-Initiatorin Frauke Peter. Neben privaten Problemen waren Ursachen in den Bereichen Passung von Mensch und Stelle, Arbeitsbeziehungen und Selbststeuerung relativ gleichmäßig verteilt.

Lösungen wurden schwieriger, wenn in zwei oder mehr Bereichen Schwierigkeiten vorlagen. „Probleme in einem der Felder können aber auch Problemen in anderen Bereich verursachen. Deshalb ist eine frühe Ansprache so wichtig.“ merken die Autoren der Studie an.

Führungskräfte erreichen eine Besserung meist durch eine Kombination von hoher Konfrontation und Unterstützung des Mitarbeiters. „Das erfordert natürlich Mut und Aufwand, klar auszusprechen, dass ein Problem vorliegt und es gemeinsam gelöst werden soll. Denn gerade die ersten Reaktionen auf so eine Ansprache sind meist von Abwehr geprägt“, so Hannes Wacker, Mit-Initiator und Gründer des dcp Institute.

Selbst bei vertrackten, mehrjährigen Problemen waren in der Studie auch Lösungen möglich. „Führungskräfte sollten aber auch ihre Grenzen erkennen und Hilfe anfordern. Hier sind wiederum gute Personaler gefragt.“ so Dr. Tim Warszta, Professor für Wirtschaftspsychologie.

Die Studie beinhaltete mehr als 50 qualitative Interviews, die in Kooperation des dcp Institute mit der Fachhochschule durchgeführt wurden. Neben allgemeinen Fragen zur Relevanz im Unternehmen lag der Schwerpunkt auf der qualitativen Analyse von konkreten Fällen, um erfolgreiche Lösungswege herauszufinden.
Diese Meldung ist mit Quellenangabe (www.50prozent.org) zur Veröffentlichung frei.

Pressekontakt:
Frauke Peter und Hannes Wacker
dcp Institute
Gotenstr. 20
20097 Hamburg
studie[a]dcp-institute.de

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