Menschen und Veränderungen. Warum viele Changeprozesse scheitern

Scheitern, welch Böses Wort. Doch ehrlich gesagt ist die Erfolgsbilanz von Veränderungsprozessen verheerend.Um diese Aussage zu belegen braucht es nur eine kleine Recherche im Internet oder ein Blick in die entsprechenden Veröffentlichungen der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (baua). Besonders empfehle ich den Bericht „Herausforderung Restrukturierung“. Wenn man sich die Ergebnisse aus den Meta-Studien anschaut kann nur ein einziger Schluss nahe liegen (somindest, wenn man den gesunden Menschenverstand anstellt).

Beinahe sämtliche Annahmen über die Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter in Restrukturierungen des Managements haben kaum Bezug zur Realität.

Ich möchte dieses anhand einer Metapher erläutern. In der Planungsphase von Veränderungsprozessen scheinen sich Wahrnehmungsverzerrungen einzuschleichen. Stellen Sie sich vor, Sie sind ein Landwirt und haben vor in der übernächsten Saison ein neues optimiertes Saatgut anzupflanzen, dass 20% mehr Ertrag verspricht. Da ja Wachstum notwendig ist, planen Sie aber gleichzeitig auch, dass in der nächsten Saison 10% Mehrertrag zu erwarten ist. Das aber mit dem gleichen Saatgut vor der Veränderung. Auch unterschätzen Sie systematisch die klimatischen Risiken und Ihr Ertrag bricht massiv ein. Schuldig halten Sie aber dafür den Widerstand Ihrer Ochsen oder Traktoren, die Vorbehalte äußerten und nicht vor Optimismus sprühten. So kommt es mir vor, wenn ich mit Managenden und Mitarbeitenden spreche, die sich in großen Veränderungsprozessen befinden.

Wenn Veränderungsprozesse derzeit konsequent schiefgehen, was ist dann zu tun?

Dazu ist es notwendig einige liebgewonnene Methoden und Ansätze loszulassen. Dazu gehört die Phantasie, dass Veränderungen managebar und planbar wären. Es lassen sich viele Variablen beobachten und steuern, jedoch können Annahmen nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit eintreten. Denn auch hier gilt das geflügelte Wort von Von Moltke: „Kein Plan überlebt die erste Feindberührung.“ (Feindberührung = Realität). Wirklich planbar ist nur der jeweils nächste Schritt, nachdem die vorhergehenden Veränderungen wahrgenommen und reflektiert wurden.

Adaptives Vorgehen ist die einzige Möglichkeit, wirkliche Veränderungen zu ermöglichen.

Sonst erzeugen Sie nur Veränderungstheater für die Projektpläne. Dabei ist es wichtig ein kraftvolles Bild und eine Vision zu haben und ihre Mitarbeitenden einzuladen sich auf dieses Bild einzulassen und auszurichten. Aber kraftvolle Bilder, jenseits von kruden KPIs und Zuwachsraten zu formulieren und transportieren, ist ein ganz anderes Thema.

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