Frage aus der Hölle 1: „Sind sie eine Eule oder Lerche/Lärche“

Eine Frage die so gestellt an Irrelevanz wohl schwer zu übertreffen ist, denn es ging um eine kaufmännische Arbeit die nichts mit Forstwirtschaft zu tun hat. Der Bewerber stellt darauf hin natürlich die Rückfrage: „Meinen Sie den Vogel oder den Baum?“. Antwort des Interviewers: „Das kommt auf Sie an.“.

Was könnte der Personaler wissen wollen?

Mit wohlwollender Haltung würde ich sagen es soll durch eine Metapher etwas über das Selbstbild herausgefunden werden. Aber durch die intransparente Gesprächsführung wird beim Bewerber nur Verwirrung und Zweifel an der Zurechnungsfähigkeit des Interviewers ausgelöst. Wenn das das Ziel war ist es vollkommen erreicht worden.

Der Bewerber sagt der Firma ab, trotz attraktivem Jobangebot.

Die Arbeit mit Methaphern ist ein zweischneidiges Schwert. Oft zu indirekt und mit der Gefahr unprofessionell zu wirken. Wenn Sie mit Metaphern arbeiten wollen und sie etwas über das Selbstbild herausfinden wollen, stellen Sie die Frage offen: „Wenn Sie sich mit einer Metapher selbst beschreiben, welches Tier wählen Sie dafür?“.

Aufgrund der Mehrdeutigkeitsgefahr empfehle ich die Arbeit mit Metaphern sehr sparsam einzusetzen. Wenn Sie etwas über Selbstreflexion erfahren wollen fragen Sie besser nach einem konkreten Beispiel: „Bitte beschreiben Sie eine Situation aus Ihrer beruflichen Erfahrung, in der Sie ihr Verhalten hinterfragt und reflektiert haben.“ – einfach, eindeutig und ohne Waldspaziergang.

Ein Gedanke zu „Frage aus der Hölle 1: „Sind sie eine Eule oder Lerche/Lärche“

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