Ein Beispiel für Sinnlosigkeit – Reaktion auf Spiegel-Onlines Artikel über die Studentenauswahl an der Zeppelin-Universität

Was in diesem Spon-Artikel über das Auswahlverfahren der Zeppelin-Universität geschrieben wurde bewegt mich noch heute. Stehen die dort beschriebenen Interviewformen für alles, was wir professionellen Diagnostiker aufs schärfste bekämpfen müssen. Mit Frageformen, die aus Stressinterviews aus den 80ger-Jahren kommen könnten und mit Gesprächen, die nach Gutdünken des Interviewers geführt werden („Nicht alle Gespräche an diesem Tag laufen so ab. Jedem Prüfer ist überlassen, welche Form des Interviews er wählt. Jansen hat sich für die „Überraschungen“ und „Störungen“ entschieden.“) wird eine Respektlosigkeit gegenüber Kandidaten als professionell dargestellt, die eigentlich nur eine pure Machtausübung des Interviewers darstellt.

Ich kann sogar vermuten, dass jede Darstellerauswahl für Erotikfilme fairer und nachvollziehbarer sein wird.

Noch schöner ist an dieser Stelle noch die Erklärung „Schwierige Auswahlverfahren steigern die Motivation“.  Schwierig dürfen Auswahlverfahren sein – Unfair und respektlos – NEIN.

Mit solcher Methodik bewirbt man sich nicht bei Studenten, wie in dem Artikel lanciert wird. Das Marketing geht über die Exklusivität und die hohen Studiengebühren. Das ist absolut in Ordnung. Darüber ist das Hauptauswahlkriterium aber bereits durch Selbstselektion erzeugt. Den Rest könnte man einfach würfeln. Das wäre fairer, kostensparender und würde zu mehr Vielfalt der Studierenden an der Zeppelin-Universität führen.

Schädlich dabei ist die Wirkung an die Leser und zukünftigen Entscheider in Unternehmen: Hier wird Mumpitz durch das Renomee der Spiegelredaktion zu einem Best-Practice-Beispiel aufgepumpt. Das kann für die Unternehmen die negativen Folgen erzeugen, wie damals die Stressverfahren in den 80gern. Die Unternehmen habe bis heute noch damit zu kämpfen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.