Führen bei Leistungsproblemen jetzt bei der Handelskammer Hamburg

2016 ist das Jahr der Neuerungen. Unsere Kooperation mit dem Bildungsservice der Handelskammer Hamburg hat endlich ein konkretes Angebot hervorgebracht. Ausgehend von unserer Studie und Inhouse-Seminaren zum Thema Leistungsprobleme bieten wir jetzt endlich ein offenes Seminar an:

Führen von Mitarbeitern mit Leistungsproblemen

Hierin haben wir sowohl theoretische Grundlagen (aus unserer Studie) mit praktischen Hilfen und Übungen ausgearbeitet. Noch sind Plätze frei. Streut das Seminar gerne.

Hannes und Frauke

 

 

Das 4 Leistungsfaktorenmodell in der Anwendung

Derzeit ist der Umgang mit Leistungschwierigkeiten bei Mitarbeitern, die zu so respektlosen Begriffen wie Low-Performer und Minderleister führen, ein Thema mit hoher Aufmerksamkeit. Auch wenn das Konzept des 4 Leistungsfaktorenmodell von Frauke Peter und Hannes Wacker noch in einem frühen Stadium ist, konnte es seine Anwendbarkeit im Trainingskontext bereits demonstrieren.

Die Augenscheinvalididät bestätigte sich im Training

Im Rahmen mehrerer Führungskräftetrainings mit leitenden Angestellten wurde das Konzept als Framework zur Ursachensuche und Reflexionshilfe eingesetzt. Es zeigte sich schnell, dass die Führungskräfte „ihre Fälle“ schnell verorten konnten und gleichzeitig von einer monokausalen Erklärung abwichen, wie sie häufig praktiziert wird (Wie z.B. in diesem Artikel von Zeit-Online).

Zu einfache Erklärungen werden verworfen

Das Modell ist zugänglich und komplex zugleich, so dass die Teilnehmer schnell für die Situation ihrer Mitarbeiter sensibilisiert wurden. Gleichzeitig konnten die Teilnehmer schnell abschätzen, welchen Handlungsspielraum sie unmittelbar und mittelbar entfalten können. So können Theorieimpulse schnell mit persönlicher Fallarbeit verknüpft werden. Und das mit einer einfachen Visualisierung.

4 LF im TrainingSchon zu Anfang des Trainings konnten also die Führungskräfte einschätzen lernen, welcher Aufwand notwendig sein kann, Mitarbeiter wieder zu Leistungsstärke zu führen. Darauf basierend erarbeiteten sich die Teilnehmer des Trainings eine Vielzahl von realistischen und umsetzbaren Interventionen und Strategien – jenseits einer Kündigung, für die es (Vorsicht Meinung) berechtigterweise hohe Hürden (wieder mal Zeit-Online) gibt.

Fazit: Schon jetzt ist das 4LF-Modell im Trainings- und Beratungskontext voll anwendbar. Sollte die wissenschaftliche Fundierung weiter gelingen sind die übervereinfachenden Erklärungen für Leistungsstörungen endlich passé.

Kick-Off HR-Studie: Mitarbeiter mit Leistungsproblemen unterstützen und aktivieren

In vielen Firmen passiert es: Mitarbeiter bekommen Leistungsprobleme, die zur Belastung für Führungskräfte, Kollegen und Personalabteilung werden können. Wir glauben, dass der konstruktive Umgang mit Leistungsproblemen sowohl Probleme in Unternehmen lösen als auch Potenziale nutzbar machen kann. Hintergründe und Lösungswege wurden bislang kaum systematisch untersucht, höchstens anekdotisch bearbeitet. Gleichzeitig erreichen uns aus der Praxis immer wieder Fragen zum konstruktiven Umgang mit diesen Herausforderungen.

Im Juli dieses Jahres startet dcp Institut in Kooperation mit der Fachhochschule Westküste eine HR-Studie. Ziele sind:

  • Relevanz von Leistungsproblemen im Unternehmen erheben
  • Relevanz des Themas in der HR-Arbeit erheben
  • Benchmarking von Mechanismen und Prozessen bezüglich Leistung und Leistungsprobleme
  • Best practices und erfolgreiche Cases der Unterstützung und Aktivierung sammeln
  • Validierung des Leistungsmodells 4LF (Zusammenfassung), das bereits für die Lösung von Leistungsproblemen genutzt wird.

Zur Erhebung werden persönliche Interviews mit HR-Mitarbeitern und Personalverantwortlichen durchgeführt und anonymisiert ausgewertet. Alle Interview-Partner erhalten anschließend den Ergebnisbericht. Dieser ermöglicht eine Einordnung eigener Prozesse (Benchmark) und beinhaltet Tipps zum konstruktiven Umgang mit Leistungsproblemen.

Die Studie wird durchgeführt von Dipl. Psych. Frauke Peter (Kessel & Smit), Dipl. Wirtsch-Psych. Hannes Wacker (dcp Institut) und Prof. Dr. Tim Warszta (Fachhochschule Westküste).

Wie entstehen Leistungsschwierigkeiten? Das 4LF-Modell

Abends beim Feierabendgetränk bei Führungskräfte-Trainings begegnet uns immer wieder eine ähnliche Frage: „All diese Führungswerkzeuge sind ja schön und gut, aber…. Das hilft mir alles nichts bei diesem einen Mitarbeiter…“

Häufig geht es in den folgenden Sätzen um Menschen, die Schwierigkeiten haben, im Beruf gute Leistung zu erbringen. In manchen Gesprächen fallen dann Begriffe wie „Low Performer“, „Minderleister“ oder „Sorgenkinder“. Meist hat die Führungskraft alles Mögliche und Unmögliche versucht, den- oder diejenigen wieder „auf die Spur zu bringen“.

Wir sammelten unsere Beobachtungen und befragten Kollegen. Aus allen analysierten Fällen ergab sich das Modell „4 Faktoren der Leistungsfähigkeit“ (4LF-Modell)

4 Säulen

Dabei zeigte sich:

Echte Leistungsschwierigkeiten entstehen dann, wenn mehrere Faktoren die  Leistung beeinträchtigen.

Solange drei der Säulen stabil tragen, ist ein Mensch weiterhin leistungsfähig. So kann zum Beispiel jemand, der in seinem Berufsalltag zu hohe Anforderungen hat, bei guten Arbeitsbeziehungen, gutem Umgang mit sich selbst und einem privaten Ausgleich auch dauerhaft relativ leistungsfähig bleiben. Kommen dann aber zum Beispiel Konflikte oder Misstrauensdynamiken am Arbeitsplatz dazu, kommt es zu Leistungsschwierigkeiten.

2 Säulen

Passend zu den jeweiligen Faktoren können Führungskräfte zielgerichtete Maßnahmen zur Leistungs(re)aktivierung ergreifen.

So passiert nicht das, was uns gerne erzählt wird:  „Mein Chef ist gerade von einem Seminar wiedergekommen, wo er loben gelernt hat. Das hilft mir gerade gar nicht, wo ich mit meinem Projekt überfordert bin, weil im Team nicht die richtigen Skills vorhanden sind.“

In Führungstrainings zum Umgang mit Leistungsschwierigkeiten erleben Teilnehmer das Modell als sehr hilfreich für die Praxis. Darüber hinaus folgt jetzt eine  Studie in Kooperation mit der Fachhochschule der Westküste. Dazu in Kürze mehr.